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Schockierende Aufdeckung: Was Roger Cicero (†45) kurz vor seinem Tod sagte, lässt uns fassungslos zurück

24.03.2026, 07:30 Uhr

Vor genau zehn Jahren erstarrte die deutsche Musikszene, als Roger Ciceros plötzliches Ableben öffentlich gemacht wurde. Was heute ans Licht kommt, lässt uns sprachlos zurück.

Seine Worte wirken heute fast unheimlich

IMAGO / Susanne Hübner
IMAGO / Susanne Hübner

Roger Cicero sprach schon Jahre vor seinem Tod über ein Thema, das viele Menschen am liebsten verdrängen: das Sterben. Auf seinem Album „Was immer auch kommt“ aus dem Jahr 2014 findet sich mit „Wenn es morgen schon zu Ende wär“ ein Lied, das sich genau damit auseinandersetzt. Damals war es für den Sänger kein rein theoretischer Gedanke, sondern ein sehr persönliches Thema.

Im Interview mit teleschau erklärte er offen, dass ihm die Angst vor dem Tod durchaus vertraut sei. Dabei dachte er allerdings weniger an sich selbst als an seinen Sohn. Die Vorstellung, ihn womöglich zu früh ohne Vater zurückzulassen, habe ihn besonders beschäftigt. „Was mit mir genau passiert, ist zweitrangig. Ich habe viel erlebt, bin sehr glücklich und dankbar um jede Erfahrung, die ich machen durfte und habe auch nicht den Eindruck, etwas verpasst zu haben.“

Heute, viele Jahre später, wirken diese Sätze besonders bewegend. Denn nur kurze Zeit danach sollte genau das geschehen, worüber er damals noch sprach.

Ein Schock, mit dem niemand rechnete

Image: IMAGO / Coldrey
Image: IMAGO / Coldrey

Am 24. März 2016 geschah das Unfassbare: Roger Cicero starb völlig überraschend in Berlin an den Folgen eines Hirnschlags. Der Musiker wurde nur 45 Jahre alt. Sein plötzlicher Tod löste weit über die Jazz- und Popszene hinaus große Bestürzung aus. Viele konnten kaum glauben, dass ein Künstler, der so präsent, elegant und vital wirkte, so früh aus dem Leben gerissen wurde.

Bis heute bleibt Roger Cicero aber nicht allein wegen seines tragischen Todes in Erinnerung. Er war mehr als nur ein erfolgreicher Sänger. Mit seinem unverwechselbaren Stil, seiner Stimme und seiner Ausstrahlung brachte er den Jazz in den Mainstream und machte ein Genre charttauglich, das in Deutschland lange als Nische galt.

Der Mann mit dem Hut wurde dadurch zu einer Ausnahmeerscheinung in der deutschen Musiklandschaft. Doch hinter den Kulissen hatte es schon Monate zuvor Warnzeichen gegeben, die damals kaum jemand in ihrer Tragweite ahnte.

Schon vorher kämpfte er mit seiner Gesundheit

Bereits im November vor seinem Tod hatte sich Roger Cicero wegen eines Erschöpfungssyndroms krankgemeldet. Wie ernst die Lage damals war, wurde erst später deutlich. Auch sein Herzmuskel war betroffen. Ende Januar erklärte er nach seiner Erholung gegenüber „Bild“: „Es war, als hätte jemand den Stecker bei mir gezogen“.

Als mögliche Ursachen galten damals Stress und ein verschleppter Virus. Laut seiner Plattenfirma hatte der Sänger in den Wochen zuvor zahlreiche Promotion-Termine und TV-Auftritte für sein Sinatra-Coveralbum absolviert. Offenkundig hatte ihn diese intensive Phase körperlich stark belastet.

Dann kam es zu der dramatischen Entwicklung, mit der niemand gerechnet hatte. Einen Tag nach seinem letzten Live-Auftritt im Bayerischen Fernsehen traten plötzlich akute neurologische Symptome infolge eines Hirninfarkts auf. Im Krankenhaus verschlechterte sich sein Zustand laut Mitteilung „rapide“. Roger Cicero starb schließlich am Abend des 24. März im Kreis seiner Familie, „ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben“.

Die Musik war ihm praktisch in die Wiege gelegt

Roger Cicero war musikalisch geprägt wie nur wenige andere. Er war der Sohn des bekannten Jazzpianisten Eugen Cicero und wuchs in einer Welt auf, in der Musik allgegenwärtig war. Die Verbindung zu seinem Vater beschrieb er selbst einmal besonders innig: „Wir hatten unsere intimsten und engsten Momente, wenn wir miteinander musizierten.“

Schon früh begann seine eigene Reise. Als Zehnjähriger nahm er Gitarrenunterricht und entdeckte Song für Song für sich. Der erste Titel, den er gemeinsam mit seinem Vater spielte, war „Alone Again (Naturally)“ von Gilbert O’Sullivan. Danach entwickelte sich seine Begeisterung weiter. „Danach begann meine große Liebe zu Al Jarreau und Stevie Wonder. Ich habe mich viele Jahre an Stevie-Wonder-Titeln heiser geschrien!“, erinnerte er sich.

Bereits als Kind sammelte er erste Bühnenerfahrungen. Mit elf Jahren stand er im Vorprogramm von Helen Vita, später folgte ein Fernsehauftritt mit dem RIAS Tanzorchester. Es war früh zu erkennen, dass hier ein außergewöhnlicher Musiker heranwuchs.

So wurde aus dem Jazzmusiker ein Star für Millionen

Roger Cicero erhielt eine fundierte musikalische Ausbildung in Klavier, Gitarre und Gesang, später studierte er Jazzgesang in Hilversum. In den frühen 1990er-Jahren spielte er in verschiedenen Formationen, unter anderem mit Projekten seines Vaters und im Bundesjugendjazzorchester unter der Leitung von Peter Herbolzheimer. Später folgten Stationen bei Jazzkantine, Soulounge und eigenen Formationen.

Der große Durchbruch gelang ihm 2006 mit dem Album „Männersachen“. Das Debüt hielt sich beeindruckende 83 Wochen in den Albumcharts und machte ihn endgültig auch einem breiten Pop-Publikum bekannt. Roger Cicero schaffte etwas, das nur wenige vor ihm geschafft hatten: Er verband Jazz, Swing und Pop so, dass daraus ein massentauglicher Sound entstand, ohne an Klasse zu verlieren.

2007 vertrat er Deutschland beim Eurovision Song Contest und belegte Platz 19. Trotzdem schadete ihm der Wettbewerb nicht. Im Gegenteil: In den folgenden Jahren platzierte er vier weitere Alben in den Top fünf. 2015 veröffentlichte er mit „The Roger Cicero Jazz Experience“ und „Cicero Sings Sinatra“ sogar gleich zwei Langspieler.

Nicht nur Künstler, sondern auch Mensch mit Haltung

Neben seiner Musikkarriere engagierte sich Roger Cicero auch gesellschaftlich. Er unterstützte PETA und sprach sich öffentlich gegen das Tragen von Pelzen aus. Darüber hinaus setzte er sich als Pate von Save the Children besonders für Kinder in Rumänien ein, dem Geburtsland seines Vaters. Damit zeigte er, dass ihm nicht nur die Bühne wichtig war, sondern auch Verantwortung über das eigene Künstlerleben hinaus.

Auch privat war Roger Cicero Vater. Er hinterließ einen Sohn, von dessen Mutter er sich 2013 nach einer langen Beziehung getrennt hatte. Gerade deshalb wirken seine früheren Aussagen über die Angst, sein Kind zu früh allein zu lassen, heute besonders bewegend.

Zehn Jahre nach seinem Tod bleibt Roger Cicero unvergessen. Nicht nur, weil er viel zu früh gehen musste, sondern weil er etwas hinterlassen hat, das bis heute nachklingt: Stil, Haltung, große Musikalität und die seltene Fähigkeit, Jazz mitten ins Herz des Mainstreams zu tragen. Genau das macht ihn noch immer zu einem echten Unikat.

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