Nach fast 15 Jahren ohne ein einziges Statement hat sich Flippers-Legende Bernd Hengst jetzt erstmals wieder zu Wort gemeldet – und überrascht mit offenen Worten über Vergangenheit, Gegenwart und eine sehr deutliche Zukunftsansage.
Nach Jahren der Stille spricht er plötzlich wieder

Bernd Hengst gehörte einst zu den bekanntesten Gesichtern der Flippers – heute lebt der frühere Sänger jedoch ganz bewusst zurückgezogen. In Knittlingen, fernab von Scheinwerfern, Kameras und Konzertbühnen, hat sich der Musiker ein stilles Leben aufgebaut, das mit seiner früheren Karriere kaum noch vergleichbar ist.
Nach dem Ende der Kultband im Jahr 2011 verschwand er nahezu vollständig aus der Öffentlichkeit. Keine TV-Auftritte, keine Interviews, keine musikalischen Projekte im Rampenlicht – um den Flippers-Star wurde es auffallend ruhig. Gerade deshalb sorgt es jetzt für besondere Aufmerksamkeit, dass sich Bernd Hengst noch einmal zu Wort meldet.
Schon 2022 hatte er in einem kurzen Gespräch ein mögliches Band-Comeback praktisch ausgeschlossen. Doch nun spricht der 78-Jährige ausführlicher darüber, warum dieser Rückzug für ihn endgültig war – und weshalb er mit seinem heutigen Leben offenbar genau dort angekommen ist, wo er immer hinwollte.
Das Flippers-Comeback ist für ihn endgültig vom Tisch

Viele Fans hatten über Jahre gehofft, dass es vielleicht doch noch einmal zu einer Rückkehr der Flippers kommen könnte. Doch Bernd Hengst ließ daran schon vor einiger Zeit kaum Zweifel. In einem Gespräch mit „Bild“ machte er unmissverständlich klar, dass für ihn eine Rückkehr der Band kein Thema mehr ist.
Seine Worte fallen eindeutig aus: „Alles hat seine Zeit. Und die Zeit der Auftritte der Flippers ist vorbei.“ Damit zieht er eine klare Linie unter ein Kapitel, das für Millionen Schlagerfans über Jahrzehnte eine große Rolle gespielt hat.
Nun erklärt Hengst auch, weshalb er sich nach dem Karriereende so konsequent zurückgezogen hat. Im Gespräch mit dem „Münchner Merkur“ schildert er, dass die Musik viele Jahre lang fast sein gesamtes Leben bestimmt habe. Irgendwann sei ihm bewusst geworden, dass darunter vor allem die Familie gelitten habe.
Genau diese Erkenntnis führte offenbar zu einer Entscheidung, die sein Leben von Grund auf veränderte.
Warum Bernd Hengst einen harten Schlussstrich zog

Bernd Hengst beschreibt seinen Rückzug nicht als spontane Reaktion, sondern als ganz bewusste Lebenswende. Nach vielen Jahren im Musikgeschäft wollte er offenbar Prioritäten neu ordnen – und den Menschen mehr Zeit geben, die ihm privat am wichtigsten sind.
Dabei spricht er auch offen aus, was ihn besonders beschäftigt habe: „Da ich durch meinen Beruf meine Familie ein bisschen vernachlässigt habe, wollte ich in meinem Leben eine Wende. Ich habe entschieden, mich ganz von der Musik zurückzuziehen.“ Diese Aussage zeigt, wie tiefgreifend seine Entscheidung gewesen sein muss.
Für ihn bedeutete das offenbar nicht nur ein Ende der großen Bühne, sondern einen vollständigen Abschied vom öffentlichen Künstlerleben. Statt Interviews, Tourneen und Auftritten rückte plötzlich das Private in den Mittelpunkt. Genau dort scheint er heute einen Frieden gefunden zu haben, den das Showgeschäft ihm so nicht geben konnte.
Und dieser neue Alltag spielt sich an einem Ort ab, der für ihn seit Jahrzehnten Heimat ist.
Sein neues Leben spielt sich heute ganz woanders ab

In Knittlingen bei Karlsruhe lebt Bernd Hengst heute mit seiner Ehefrau Edith ein ruhiges, familiennahes Leben. Dort sind sie schon seit mehr als 60 Jahren zuhause – ein Ort, der für Beständigkeit steht und offenbar genau das Gegenteil jener rastlosen Bühnenjahre verkörpert.
Der frühere Flippers-Star genießt vor allem die Zeit mit der Familie. Besonders wertvoll war für ihn die intensive Nähe zu seinen Enkelkindern, auch wenn diese inzwischen längst erwachsen sind und ihre eigenen Wege gehen. Der Alltag des 78-Jährigen ist heute deutlich einfacher, aber offenbar auch erfüllender geworden.
Vieles spielt sich auf dem eigenen Grundstück ab. Rund um das Haus und den großen Garten mit Teich findet er Beschäftigung, aber auch Ruhe. Dazu kommen regelmäßige Fahrradtouren mit seiner Frau und gemeinsamen Freunden. Statt Tourbus, Hotelzimmer und Auftrittsplan prägen heute Natur, Gewohnheit und familiäre Nähe seinen Rhythmus.
Ganz verschwunden ist die Musik aus seinem Leben allerdings nicht.
Die Musik ist geblieben – aber nur noch privat

Auch wenn Bernd Hengst der großen Bühne längst den Rücken gekehrt hat, bleibt die Musik ein Teil seines Alltags. Allerdings hat sie heute einen völlig anderen Stellenwert als früher. Es geht nicht mehr um Publikum, Applaus oder öffentliche Anerkennung, sondern nur noch um persönliche Freude.
Er selbst sagt, dass er „die Freude an der Musik wiederentdeckt“ habe. Einmal pro Woche trifft er sich mit seinem Sohn, um zuhause frühere Flippers-Lieder wie „Die Sonne von Barbados“, „Mexico“ oder „Lotosblume“ zu spielen. Für ihn ist das kein Neustart, sondern ein rein privater Moment, fern von jeder Comeback-Fantasie.
Denn auch wenn Fans weiterhin auf eine Überraschung hoffen, bleibt Hengst bei seiner Haltung kompromisslos. „Ich schließe auch weiterhin für mich ein Bühnen-Comeback aus.“ Spätestens seit dem Tod seines Bandkollegen Manfred im Jahr 2016 sei eine Rückkehr der Flippers für ihn ohnehin endgültig undenkbar.
Seine Worte dazu lassen keinen Interpretationsspielraum.
Ein Kapitel ist beendet – doch die Erinnerung lebt weiter

Für Bernd Hengst steht fest: „Seit Manfred gestorben ist, wird es die Flippers sowieso niemals mehr geben.“ Damit macht er klar, dass für ihn nicht nur die eigene Bühnenzeit vorbei ist, sondern auch die Geschichte der Band abgeschlossen bleibt. Was bleibt, sind Erinnerungen – und die große Treue der Fans.
Denn obwohl er seit Jahren nicht mehr im Rampenlicht steht, erhält er noch immer Glückwünsche und kleine Aufmerksamkeiten von langjährigen Anhängern. Das erfüllt ihn nach eigenen Worten „mit großer Freude und Dankbarkeit“. Selbst in der Distanz scheint die Verbindung zu seinem Publikum also nicht abgerissen zu sein.
Während Bernd Hengst heute die Ruhe sucht, bleibt ein anderer ehemaliger Flippers-Star weiterhin präsent: Olaf Malolepski. Olaf der Flipper feiert seinen 80. Geburtstag mit einer besonderen Veröffentlichung und bringt gemeinsam mit seiner Tochter Pia Malo die Autobiografie „Olaf der Flipper. Papa, erzähl doch mal!“ heraus. Darin geht es um Flucht, Bundeswehr, Tourleben und die Hits, mit denen er sich einst in die Herzen von Millionen sang.
So zeigt sich auf ganz unterschiedliche Weise: Auch wenn die Flippers längst Geschichte sind, ist ihre Welt für viele Fans noch immer nicht vorbei.